„Tut mir leid. Vor Ende des Monats haben wir leider keinen freien Termin mehr.“
Meine Partnerin legte auf. Wieder kein Kinderarzt. Also stiegen wir ins Auto und fuhren nach Vechta. Dort bekamen wir für eines unserer Kinder deutlich schneller einen Termin als im Landkreis Cloppenburg.
Ich erinnere mich noch gut an diese Fahrt. Nicht, weil sie besonders lang war. Sondern weil ich mich die ganze Zeit gefragt habe: Warum ist das eigentlich normal geworden? Warum müssen Familien den Landkreis verlassen, um kurzfristig einen Kinderarzttermin zu bekommen?
Natürlich kann ein Landrat keine Kinder behandeln. Aber er kann dafür sorgen, dass Gesundheitsversorgung zur Priorität wird. Er kann Menschen an einen Tisch bringen, Prozesse beschleunigen und neue Lösungen anstoßen. Genau in diesem Moment wurde mir klar: Irgendwann reicht es nicht mehr, nur darüber zu reden. Irgendwann muss man Verantwortung übernehmen.
Die Entscheidung zu kandidieren
Vor einiger Zeit wurde ich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, für das Amt des Landrats zu kandidieren. Meine erste Reaktion war nicht sofort ein Ja. Ich habe lange darüber nachgedacht und viele Gespräche geführt – vor allem mit meiner Familie. Ich wusste, was eine Kandidatur bedeutet. Weniger Zeit. Mehr öffentliche Aufmerksamkeit. Verantwortung. Kritik. Belastung für die Familie.
Deshalb fiel mir die Entscheidung nicht leicht.
Wir haben gemeinsam abgewogen, was eine Kandidatur für unser Familienleben bedeuten würde. Am Ende stand eine einfache Frage: Wenn ich überzeugt bin, dass sich viele Dinge verbessern lassen, warum sollte ich dann nur darüber sprechen?
Deshalb habe ich zugesagt. Ich glaube, wer Verantwortung übernehmen kann, sollte sich nicht damit begnügen, gute Ratschläge zu geben. Er sollte bereit sein, selbst Verantwortung zu tragen.
Ich kandidiere nicht gegen jemanden. Ich kandidiere für etwas: Für einen Landkreis, in dem unsere Kinder auch in zwanzig Jahren gerne leben möchten.
Warum mir das wichtig ist
Meine größte Motivation sind nicht Umfragewerte, Parteipolitik oder ein neues Amt. Meine größte Motivation sind unsere beiden Kinder. Ich wünsche mir, dass sie später dieselbe Entscheidung treffen können wie wir: Hier möchte ich leben. Nicht, weil sie müssen, sondern weil der Landkreis Cloppenburg ihnen gute Chancen bietet – mit einer verlässlichen Gesundheitsversorgung, starken Unternehmen, modernen Schulen, lebendigen Vereinen und einer Verwaltung, die Lösungen möglich macht. Ich möchte, dass sie später sagen können: „Unsere Eltern haben nicht nur darüber gesprochen, wie unser Landkreis besser werden kann. Sie haben ihren Beitrag dazu geleistet.“
Wer ich bin
Ich bin kein Berufspolitiker. Ich komme aus der Wirtschaft. Nach meinem Studium der Volkswirtschaftslehre in Göttingen, Nottingham und Shanghai habe ich Unternehmen mitgegründet – zuletzt als Mitgründer und Chief Business Development Manager des Dental-Tech-Start-ups Denton Systems in Potsdam, das als erstes zahnmedizinisches Start-up überhaupt Kassenleistung wurde. Heute begleite ich als Standortmanager des Starthaus Bremerhaven bei der Bremer Aufbaubank Gründerinnen und Gründer und entscheide über öffentliche Förderkredite.
Dabei habe ich gelernt: Nicht jedes Problem lässt sich sofort lösen. Aber fast jedes Problem lässt sich besser lösen, wenn jemand Verantwortung übernimmt.
Ein Landkreis ist mehr als eine Verwaltung
Ob Gesundheitsversorgung, Wirtschaftsförderung, Schulen, Rettungsdienst, Bauaufsicht oder Katastrophenschutz – der Landkreis gestaltet viele Bereiche unseres Alltags. Ein guter Landrat kann nicht jedes Problem allein lösen. Aber er entscheidet mit darüber, welche Themen Priorität haben, bringt Menschen zusammen und sorgt dafür, dass Verwaltung nicht nur verwaltet, sondern gestaltet.
Diese Geschichte ist unsere – aber sie steht nicht allein. Ein Handwerksbetrieb in unserer Region wartet monatelang auf eine Baugenehmigung, während Aufträge liegen bleiben. Ein Verein verliert Ehrenamtliche, weil Bürokratie immer mehr Zeit kostet. Eine Seniorin findet seit Monaten keinen Hausarzt, der noch neue Patienten aufnimmt. Auch das sind Geschichten aus unserem Landkreis – und auch sie zeigen, wo Verwaltung Menschen im Stich lässt, statt sie zu unterstützen.
Deshalb kandidiere ich unabhängig
Ich möchte gute Ideen nicht danach beurteilen, von welcher Partei sie kommen, sondern danach, ob sie den Menschen helfen. Deshalb trete ich als unabhängiger Kandidat an. Ich freue mich über die Unterstützung von SPD und FDP, weil sie zeigt, dass gute Lösungen wichtiger sein können als Parteigrenzen.
Woran Sie mich messen können
Ich verspreche Ihnen keine Wunder. Aber ich verspreche Ihnen, zuzuhören, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Messen Sie mich daran, ob Familien schneller einen Kinderarzt finden, Seniorinnen und Senioren wieder einen Hausarzt in der Nähe haben, Unternehmen Verwaltung als Partner erleben, Ehrenamt einfacher wird und junge Menschen ihre Zukunft wieder im Landkreis Cloppenburg sehen.
Am Ende
Am Ende wird ein Landrat nicht an Ankündigungen gemessen, sondern an den Problemen, die er löst.
Ich wünsche mir, dass unsere Kinder später nicht wegziehen müssen, um ihre Chancen zu suchen. Sondern bleiben können, weil sie sie hier finden.
Dafür bewerbe ich mich um Ihr Vertrauen.